Mikrofonierung von Dudelsäcken

mit Franz-Christian Schaden, Tontechniker und Dudelsackspieler

Die Mikrofonierung von Dudelsäcken führt immer wieder zu vielen Fragen und es gibt viele verschiedene Lösungsmöglichkeiten von denen Franz auf einige eingeht. Gerade in den letzten 1 1/2 Jahren wurde aber der Hausgebrauch von Mikrofonen immer wichtiger für immer mehr Dudelsackspieler die sich bisher noch nicht damit auseinander gesetzt haben. Franz erläutert auch hier mögliche Lösungen.

Kontakt zu Franz:

https://www.facebook.com/abraxasvonhohenbach

5 Comments

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    • Hallo Hansjörg, vielen Dank für das interessierte Zuhören 😊 die Einbaumikrofone haben für mich persönlich den Nachteil, dass ich jeden Dudelsack nachrüsten müsste, normalerweise spiele ich 3-4 unterschiedliche pro Konzert. Von daher ist für mich ein Anklippmikrofon die beste Lösung, da brauche ich nur Eines. Ich werde mal mit den Anklippvorrichtungen, die ich an die Spielpfeife montiere etwas spielen, vielleicht schaffe ich es so, den TiefD-Sack besser abzunehmen. Ich leite deine Nachricht gerne mal an den Profi weiter. Liebe Grüße, Kristina

      • Hallo Kristina,
        Genau aus dem Grund habe ich die Frage gestellt. Ich würde meine Säcke nachrüsten, wenn es sich lohnt. Aber einfach so rumschnippeln mag ich da halt auch nicht.
        Danke für die Antwort.
        Lg Hansjörg

    • Hallo Hansjörg!

      Danke für deine Frage zu dem Thema. Ich versuche mal ohne zu viel Fachchinesisch darauf zu antworten.

      Ich habe diese Einbaumikrofone von F. Schlütter vor über 10-15 Jahren schon mal entdeckt und hab sie aber nach reiflicher Überlegung als Option zur Abnahme von Sackpfeifen wieder verworfen.

      Warum?

      Das hat mehrere Gründe, von denen ich auf zwei mMn wesentliche Gründe eingehen werde.

      1. Auf Grund der Tatsache, dass die Abstrahlcharakteristik (welche Frequenzen werden wie vom Instrument ausgestrahlt) von Spielpfeife und Bordun nicht mit der auf der Homepage beschriebenen Einbauposition zusammengehen. Die Sackpfeifenspielpfeife lässt sich hinsichtlich Mikrofonierung mit anderen Holzblasinstrumenten, wie bspw. Klarinette oder Oboe, vergleichen. Die unteren bis mittleren/oberen Mitten werden vermehrt über die geöffneten Grifflöcher abgestrahlt – was dort nicht entweichen kann, weil alle Grifflöcher und damit die Luftsäule eben geschlossen ist, sucht sich den Weg über den Schalltrichter. Anders ist es bei den oberen Mitten bis Höhen und Obertönen. Diese werden dann eher bis ausschliesslich über den Schalltrichter abgestrahlt.

      Kurzer Exkurs: Tiefe Frequenzen („Bässe“) werden kugelförmig abgestrahlt werden, d.h. nach allen Richtungen gleichmässig. Je höher die Frequenz (und damit die Tonhöhe) allerdings wird, desto gerichteter ist die Schallausbreitung.

      Beim Bordun, der ja eh nur einen Dauerton von sich gibt, ist das Thema nicht ganz so tragisch, da – wie im Exkurs geschrieben – tiefe Töne gleichmässig abgestrahlt werden. Aber auch hier gilt: das Mikrofon sollte schon halbwegs in der Nähe des Bordunendes sein, da dort der gesamte Bordunklang das Instrument verlässt. Ich habe, gerade in Live-Situationen, schon gesehen, dass man den Bordun am Umstimmloch abgenommen hat. Kann man machen, der Klang ist dort aber nicht so voll.

      Das alles bedenkend erschliesst sich mir physikalisch und auch akustisch nicht, warum man dann eine Spielpfeife am Hals des Ledersackes abnehmen soll und nicht dort, wo der Klang am ausgewogensten ist.

      2. Zum Anderem auf Grund dessen, was Schlütter auf seiner Homepage schreibt:

      „Dadurch sind die unerwünschten Aufblas- und Nebengeräusche im Gegensatz zu einem Kontakt- oder Körperschallmikrofon äußerst gering.“

      Was hier geschrieben steht, ist grober Unfug. Niemand – oder zumindest kein Tontechniker – würde ein Kontakt-/Körperschallmikrofon zur Abnahme einer Sackpfeife verwenden. Das Wandlerprinzip eines solchen Mikrofons (piezoelektrische Wandlung) eignet sich schlicht und ergreifend nicht für Sackpfeifen. Für Instrumente mit einem Resonanzkörper, zB Gitarre, Bouzouki, Violine, Drehleier, Harpa, …, sind Kontaktmikros sicher eine gute Option, wenn man in lauter Umgebung spielt resp. vom Umgebungslärm nicht abhängig sein will. Gegen Kontaktmikros ist grundsätzlich nichts einzuwenden, aber man muss schon irgendwo den richtigen Mikrofontyp für das entsprechende Instrument nehmen. Aber innerhalb eines Mikrofontyps ist es dann egal, ob das Mikro 100 Euro oder 2500 Euro kostet, da spielt dann die Positionierung die weitaus grössere Rolle.

      In diesem Zusammenhang finde ich auch folgende Formulierung „Das Mikrofon ist druckfest und wasserdicht.“ etwas komisch. Ein Mikrofon ist per defintionem ein Druckempfänger bzw. ein Druckgradientenempfänger. Diese arbeiten mit dem Schalldruck. Piezoelektrische Mikrofone arbeiten mit mechanischem Druck (Druck, der auf Piezokristalle ausgeübt wird, wird in elektrische Spannung umgewandelt). Ganz allgemein gesprochen ist Schall ein ständiger Wechsel zwischen Druckverdichtung und Druckverdünnung der Luftmoleküle in Ausbreitungsrichtung der Schallwelle. Was hier mit „druckfest“ gemeint ist, ist aber nicht vollkommen ersichtlich. Ich hoffe, dass hier einfach nur schludrig formuliert wurde und man meint, dass das Gehäuse des Einbaumikrofons druckfest ist.

      So, ich hoffe, ich konnte ein wenig witerhelfen.

      Beste Grüsse,
      Franz-Christian

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